Kurz gesagt: Digitale Musik wird durch Samplingrate (wie oft pro Sekunde gemessen wird) und Bittiefe (wie fein jeder Messwert ist) beschrieben. CD-Qualität (16 Bit, 44.1 kHz) deckt den hörbaren Bereich bereits vollständig ab; Hi-Res (meist 24 Bit, 96 oder 192 kHz) bietet mehr Reserven, entscheidend für den Klang ist aber vor allem die Qualität der Aufnahme und des Masterings. Für Ihre Sammlung empfehlen wir ein verlustfreies Format wie FLAC.
Wie wird Musik digital?
Ein Analog-Digital-Wandler misst das Musiksignal in sehr kurzen Abständen und speichert jeden Messwert als Zahl. Beim Abspielen setzt ein Digital-Analog-Wandler (DAC) daraus wieder ein kontinuierliches Signal zusammen. Zwei Werte bestimmen die Qualität:
Samplingrate (Abtastfrequenz)
Die Zahl der Messungen pro Sekunde. Nach dem Abtasttheorem braucht es mindestens doppelt so viele Messungen wie die höchste Frequenz, die gespeichert werden soll. Für den Hörbereich bis 20 kHz reichen daher die 44 100 Messungen pro Sekunde der CD. Hi-Res-Dateien nutzen 88.2, 96, 176.4 oder 192 kHz – das vereinfacht vor allem die Filterung im Wandler.
Bittiefe (Wortbreite)
Wie fein jeder Messwert aufgelöst wird. 16 Bit erlauben 65 536 Stufen und theoretisch rund 96 dB Dynamik, 24 Bit über 16 Millionen Stufen und theoretisch rund 144 dB. In der Praxis begrenzt die Elektronik den nutzbaren Bereich auf etwa 120 dB – das ist aber mehr, als jede Aufnahme braucht. Im Studio sind 24 Bit klar im Vorteil, weil sie viel Reserve gegen Übersteuerung bieten.
Was bedeutet „Hi-Res“?
Als Hi-Res gelten Aufnahmen mit höherer Auflösung als die CD, meist 24 Bit und 96 kHz oder mehr. Ob man den Unterschied hört, wird seit Jahren diskutiert. Unsere Erfahrung: Ein Hi-Res-Master klingt oft besser – aber meist, weil dafür mit mehr Sorgfalt gemastert wurde. Eine schlecht gemasterte Hi-Res-Datei klingt nicht besser als eine gute CD. Mehr dazu im Artikel über Dynamikumfang.
Welche Formate gibt es?
- Verlustbehaftet (MP3, AAC, Ogg Vorbis): Diese Formate werfen Informationen weg, die man laut psychoakustischem Modell kaum hört. Bei hohen Datenraten (320 kbit/s) ist das für unterwegs gut, auf einer hochwertigen Anlage hört man oft einen Verlust an Raum und Feinheit.
- Verlustfrei komprimiert (FLAC, ALAC): Wie eine ZIP-Datei – kleiner, aber beim Abspielen Bit für Bit identisch mit dem Original. FLAC ist der Standard, ALAC die Apple-Variante.
- Unkomprimiert (WAV, AIFF): Ebenfalls verlustfrei, aber grösser. WAV kann Metadaten wie Cover nur eingeschränkt speichern.
- DSD: Ein anderes Verfahren (1 Bit mit sehr hoher Abtastrate), bekannt von der SACD. Nur für Geräte, die es unterstützen.
Wie viel Speicher braucht Musik?
Unkomprimiert braucht CD-Qualität rund 10 MB pro Minute, eine CD also etwa 600 MB. Als FLAC sind es etwa 60 Prozent davon. Eine Sammlung von 1000 CDs passt damit auf eine Festplatte von 1 TB; Hi-Res-Dateien sind drei- bis sechsmal so gross.
Unsere Empfehlung
- Speichern Sie Ihre Sammlung als FLAC – mit den meisten Streamern und Musikservern kompatibel.
- Für Apple-Geräte ist ALAC eine gleichwertige Alternative.
- Für unterwegs können Sie zusätzlich eine AAC- oder MP3-Kopie erstellen.
Ihre CDs digitalisieren wir auch gerne für Sie: CD-Ripping-Service.
Häufige Fragen
Was ist CD-Qualität?
16 Bit und 44.1 kHz. Das deckt den hörbaren Frequenzbereich und eine Dynamik von rund 96 dB ab.
Hört man Hi-Res?
Oft klingt ein Hi-Res-Master besser, meist wegen des sorgfältigeren Masterings. Die höhere Auflösung allein garantiert keinen besseren Klang.
Ist FLAC verlustfrei?
Ja. FLAC komprimiert wie eine ZIP-Datei; beim Abspielen entsteht exakt das Original.
Welches Format sollte ich für meine CD-Sammlung wählen?
FLAC, für Apple-Umgebungen alternativ ALAC.